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Blogbeitrag

Erfolgreiche Prozessautomatisierung beginnt nicht mit Software, sondern mit den richtigen Menschen

Was zeichnet einen guten Prozessowner aus?

Die meisten Automatisierungsprojekte scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern daran, dass niemand die Verantwortung für den Prozess übernimmt.

Deshalb stellt sich vor jedem Projekt eine entscheidende Frage:

Wer sollte Prozessowner werden?

Die 6 Eigenschaften eines starken Prozessowners

1. Tiefes Prozesswissen

Kennt nicht nur den Standardfall, sondern auch Sonderfälle, Ausnahmen und Stolperstellen.

2. Logisches Denken

Kann Abläufe in klaren Wenn-Dann-Strukturen beschreiben und Entscheidungen nachvollziehbar machen.

3. Entscheidungskompetenz

Darf fachliche Entscheidungen treffen, ohne jede Kleinigkeit durch mehrere Ebenen zu schicken.

4. Veränderungsbereitschaft

Sieht Automatisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance für bessere Arbeit.

5. Klare Kommunikation

Kann Anforderungen, Probleme und Änderungen verständlich an Fachbereich, Berater und Führung erklären.

6. Dauerhafte Verantwortung

Bleibt auch nach dem Go-Live Ansprechpartner, wenn Prozesse sich verändern oder neue Anforderungen entstehen.

Was ein Prozessowner nicht können muss

Häufige Missverständnisse

Viele Unternehmen suchen nach einem „Superhelden“, der Fachbereich, IT, Projektmanagement und Programmierung gleichzeitig beherrscht. Für einen guten Prozessowner ist das jedoch nicht notwendig.

Kein technisches Vorwissen
Dafür gibt es Berater, Entwickler und technische Ansprechpartner.
Keine Projektmanagement-Ausbildung
Die Projektsteuerung übernimmt das Projektteam.
Keine Programmierkenntnisse
Die wichtigste Sprache ist Prozesslogik, nicht Python oder JavaScript.

So findet ihr die richtige Person

Fragt nicht:

„Wer soll das Projekt machen?“

Fragt stattdessen:

„Wer beschwert sich am lautesten über diesen Prozess und kann gleichzeitig erklären, warum er schlecht ist?“

Das ideale Kernteam für Automatisierungsprojekte

Ein erfolgreiches Automatisierungsprojekt benötigt keine große Arbeitsgruppe. In den meisten Fällen reichen vier klar definierte Rollen:

Der Prozessowner

Kennt den Prozess bis ins Detail, trifft fachliche Entscheidungen und verantwortet die spätere Umsetzung.

Der Umsetzer

Begleitet die technische Umsetzung, koordiniert Aufgaben und sorgt dafür, dass das Projekt vorankommt.

Die Fachabteilung

Liefert Feedback aus dem Tagesgeschäft, testet neue Abläufe und erkennt Probleme frühzeitig.

Der Sponsor

Schafft Priorität im Unternehmen, stellt Ressourcen bereit und gibt Rückendeckung aus der Führungsebene.

Fazit: Gute Automatisierung beginnt mit den richtigen Menschen

Die besten Automatisierungsprojekte starten nicht mit Software-Auswahl oder Tool-Vergleichen.

Sie starten mit einer Person, die den Prozess versteht, Verantwortung übernimmt und Veränderungen aktiv vorantreibt.

Fragt deshalb zuerst: „Wer sollte Prozessowner werden?“
Die Antwort auf diese Frage entscheidet oft schon über Erfolg oder Misserfolg des gesamten Projekts.